Geld – Ergebnis des wirtschaftlichen Systems

Im Rahmen des Grundgesetzes der politischen Ökonomie erfüllt jedes Element der Kette seine eigene Funktion. Geld nimmt in dieser Struktur eine besondere Position ein: Es steht am Ende. Geld ist weder der Ausgangspunkt des Systems noch seine treibende Kraft. Es erscheint als Ergebnis bereits abgeschlossener Prozesse.

Grundgesetz der politischen Ökonomie

Persönlichkeit → Verhalten → Wahl → Nachfrage → Geld

 

Geld entsteht nicht von selbst. Es schafft keine Nachfrage und bildet keine Wahl. Geld ist ausschließlich eine Folge. Es erfasst das Ergebnis dessen, was auf den vorherigen Ebenen der Kette bereits geschehen ist. Deshalb führt jeder Versuch, die Wirtschaft vom Geld aus zu erklären, zwangsläufig zu einem verzerrten Verständnis des Systems.

Geld entsteht nur, wenn Nachfrage entsteht. Und Nachfrage entsteht nur nach einer getroffenen Wahl, die wiederum durch das Verhalten der Persönlichkeit bestimmt wird. Das bedeutet, dass Geld vollständig von allem abhängt, was davor geschieht. Es kann außerhalb dieser Abfolge nicht existieren.

Jede Bewegung von Geld ist ein Spiegel des menschlichen Verhaltens. Wenn Geld fließt, bedeutet das, dass jemand eine Wahl getroffen hat. Wenn Geld sich nicht bewegt, zeigt das das Fehlen von Wahl und Nachfrage. Somit ist Geld nicht die Ursache wirtschaftlicher Aktivität, sondern ihr Indikator und ihre endgültige Bestätigung.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Geld an sich die Wirtschaft nicht schafft. Die Geldmenge kann erhöht werden, aber wenn sich das menschliche Verhalten nicht verändert, wenn keine neuen Entscheidungen und keine neue Nachfrage entstehen, bleibt das System stehen. Dies ist eine direkte Manifestation des Gesetzes der Stagnation: Ohne Veränderung des Verhaltens erzeugt Geld keine neue Bewegung, sondern verteilt sich nur innerhalb des bestehenden Systems um.

Klassische ökonomische Theorien vergangener Jahrhunderte waren um die Produktion als zentrales Element des Systems aufgebaut. Unter Bedingungen der Knappheit war dies logisch: Alles, was produziert wurde, fand einen Käufer. Begrenzte Ressourcen und Güter bedeuteten, dass Nachfrage nahezu garantiert war. Produktion wurde als Quelle der wirtschaftlichen Bewegung betrachtet, da sie bestimmte, was und in welcher Menge auf den Markt kam.

Unter modernen Bedingungen hat sich die Situation jedoch verändert. Die Knappheit von Gütern ist nicht mehr der bestimmende Faktor. Produktion begrenzt die Wirtschaft nicht mehr — im Gegenteil, sie ist in der Lage, Überschüsse zu erzeugen. Das bedeutet, dass die Existenz eines Produkts keine Nachfrage mehr garantiert. Jedes Produkt kann hergestellt werden, aber ohne Reaktion der Persönlichkeit wird es nicht Teil des wirtschaftlichen Prozesses.

Gleichzeitig bleibt die Produktion ein notwendiges Element des Systems, jedoch nicht sein Ausgangspunkt. Produktion schafft keine Nachfrage aus sich selbst heraus. Sie reagiert lediglich auf eine bereits gebildete Nachfrage auf der Ebene von Persönlichkeit, Verhalten und Wahl. Produktion folgt der Nachfrage, sie geht ihr nicht voraus.

Das bedeutet, dass selbst bei entwickelter Produktion das Fehlen von Nachfrage sie sinnlos macht. Güter, Dienstleistungen und Technologien können geschaffen werden, aber ohne Reaktion der Persönlichkeit und ohne gebildete Nachfrage führen sie nicht zur Bewegung des Geldes. In diesem Sinne ist die Produktion ein abhängiges Element des Systems und nicht seine Quelle.

Geld folgt immer der Nachfrage. Es führt sie nicht, sondern folgt ihr. Das ist ein grundlegender Unterschied zu klassischen ökonomischen Modellen, in denen Geld oft als primäres Steuerungsinstrument betrachtet wird. In Wirklichkeit steuert Geld das System nicht — es spiegelt lediglich seinen aktuellen Zustand wider.

Geld besitzt auch keinen universellen Wert. Sein tatsächlicher Wert wird durch die Nachfrage bestimmt, die dahinter steht. Derselbe Geldbetrag kann je nach den damit verbundenen Entscheidungen und Verhaltensweisen völlig unterschiedliche Wirkungen haben.

Auf Systemebene erfüllt Geld die Funktion der Ergebniserfassung. Es zeigt, was gewählt wurde, wo Nachfrage entstanden ist und welche Richtungen aktiv geworden sind. Daher ist Geld nicht die Ursache wirtschaftlicher Prozesse, sondern ihr Endergebnis.

 

Wenn keine Nachfrage vorhanden ist — bewegt sich Geld nicht.
Wenn keine Wahl getroffen wird — entsteht kein Geld.
Wenn sich das Verhalten nicht verändert — schafft Geld keine neue Wirtschaft.

 

Das bedeutet, dass jeder Versuch, die Wirtschaft ausschließlich über Geld zu steuern, ohne das menschliche Verhalten zu verändern, eine begrenzte und oft nur vorübergehende Wirkung hat. Er kann Ressourcen umverteilen, aber keine neue Bewegung erzeugen.

Daher wird Geld in diesem Modell nicht als Zentrum des Systems betrachtet, sondern als dessen letzte Stufe. Es schließt die Kette ab, indem es alles festhält, was zuvor geschehen ist.

Geld ist das Ergebnis.
Alles andere ist seine Ursache.

Im realen System ist auch die Menge an Geld, über die eine Person verfügt, das Ergebnis des Durchlaufens der gesamten Kette. Je mehr Geld eine Person besitzt, desto mehr Möglichkeiten stehen ihr zur Verfügung, aber Geld selbst schafft diese Möglichkeiten nicht — es spiegelt bereits getroffene Entscheidungen und gebildete Nachfrage wider. Die Entwicklung der Persönlichkeit, ihr Verhalten, die Abfolge der Entscheidungen und die Bildung der Nachfrage führen zur Zunahme der Geldmenge, über die eine Person verfügt.

 

Iv.Spolan
Autor des Modells „Grundgesetz der politischen Ökonomie“

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